Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu Gast bei KARL STORZ in Stutensee
Auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Mayr besuchte die Bundesministerin für Gesundheit, Nina Warken MdB (CDU), das Medizintechnikunternehmen KARL STORZ am Standort Stutensee. Ziel des Besuchs war der direkte Dialog mit Akteuren des Gesundheitswesens und der Medizintechnik.
Zu Beginn des Termins erhielten die Gäste im Rahmen eines Rundgangs Einblicke in die Innovationskraft des internationalen Familienunternehmens mit Hauptsitz in Tuttlingen. Durch die Produktions- und Entwicklungsbereiche führten Dr. Martin Leonhard, Leiter Politik bei KARL STORZ, Dr. Karl-Heinz Hoffmann, Direktor für Systemintegration, sowie Projektmanager Bernd Grellmann. In Stutensee hat sich das Unternehmen darauf spezialisiert, Operationssäle und deren digitale Vernetzung kundenspezifisch zu einer Lösung zusammenzustellen. Anschließend werden diese von Spezialistinnen und Spezialisten aus Stutensee in Kliniken in Betrieb genommen, um das Leben von Patientinnen und Patienten weltweit zu verbessern. KARL STORZ verfolgt ein klares Ziel: Das Unternehmen möchte Ärztinnen und Ärzten mit Lösungen versorgen, auf die sie sich jederzeit verlassen können. Der Rundgang verdeutlichte zudem die hohe Forschungs- und Entwicklungsintensität des Unternehmens und die Bedeutung des Standorts für die medizinische Versorgung weit über die Region hinaus.
Im anschließenden fachlichen Austausch mit der Bundesgesundheitsministerin diskutierten Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Industrie zentrale Herausforderungen der Gesundheitspolitik. Ein Schwerpunkt lag auf der Steuerung der Primärversorgung. Dabei ging es insbesondere um die bessere Ersteinschätzung von Patientinnen und Patienten sowie um die Frage, wie hausärztliche Versorgung gestärkt und Facharzttermine schneller und zielgerichteter vermittelt werden können.
Kritisch angesprochen wurden zudem die hohen Kostenstrukturen im fachärztlichen Bereich. Mehrfach wurde betont, dass Fachärztinnen und Fachärzte stärker unterstützt werden müssten, um eine flächendeckende Versorgung auch künftig sicherzustellen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Facharztausbildung thematisiert, die derzeit als sehr kostenintensiv wahrgenommen wird und vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels effizienter ausgestaltet werden müsse.
Aus der Apothekerschaft kamen Fragen zur künftigen Rolle der pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten, insbesondere zur PTA-Vertreterbefugnis. Weitere Themen waren die Durchführung von Impfungen in Apotheken, die Sicherstellung der Versorgung von Zweigapotheken sowie die Arzneimittelversorgung insgesamt. Dabei wurde auch die lokale Herstellung von Medikamenten und der Umgang mit Lieferengpässen intensiv diskutiert.
Ein weiterer Aspekt der Fragerunde betraf die Finanzierung des Gesundheitswesens. Thematisiert wurde, dass Teile der medizinischen Versorgung und der Gesundheitsinfrastruktur im Kontext des Bevölkerungsschutzes auch über den Verteidigungshaushalt mitgedacht werden sollen. Die enge Verzahnung von Gesundheitsversorgung, Krisenresilienz und staatlicher Vorsorge wurde dabei als zunehmend bedeutsam hervorgehoben.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken nahm die zahlreichen Anregungen aus Praxis, Apothekerschaft und Industrie auf und unterstrich die Bedeutung eines kontinuierlichen Austauschs mit Akteurinnen und Akteuren vor Ort. Die Juristin nahm sich ausgesprochen viel Zeit, um sich der Anliegen ihrer Gesprächspartneranzunehmen und keine Frage unbeantwortet zu lassen. Nur durch diesen Dialog könne Gesundheitspolitik praxistauglich weiterentwickelt werden.
Ansgar Mayr betonte abschließend die Rolle der Medizintechnik als Schlüsselbranche für Baden-Württemberg. Unternehmen wie KARL STORZ stünden für Innovationsfähigkeit, attraktive Arbeitsplätze und einen unverzichtbaren Beitrag zur medizinischen Versorgung. Der Besuch habe gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Bundespolitik, Landespolitik und den Fachkräften im Gesundheitswesen sei, um tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.